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Perchlorat im Grundwasser

(Bildquelle: Arcaion (CC0))

Perchloratsalze können das Grundwasser verunreinigen und ins Trinkwasser gelangen. Ein Monitoring des Schweizer Grundwassers, aus dem 80 Prozent des Trinkwassers gewonnen werden, hat ergeben, dass die durchschnittliche Perchlorat-Konzentration kein Gesundheitsrisiko für die Verbraucherinnen und Verbraucher darstellt.

Perchloratsalze oder Perchlorate (z. B. Ammoniumperchlorat) sind in der Natur selten, können jedoch in gewissen Düngemitteln vorkommen. Sie werden für Raketentreibstoff, Munition und Feuerwerkskörper in grossen Mengen industriell synthetisiert. Die Problematik von Perchlorat-Verunreinigungen an Produktionsstätten oder bei der intensiven Landnutzung ist allgemein bekannt.

Vorkommen und Risiken

Das Perchlorat-Anion (CIO4-) ist in Wasser gut löslich und stabil und kann folglich das Grundwasser dauerhaft belasten. Da das Perchlorat-Anion eine hormonaktive Wirkung hat und die Produktion von Schilddrüsenhormonen hemmt, kann dessen Auftreten im Grundwasser gesundheitliche und ökologische Relevanz besitzen.

Nachdem 2017 im Grundwasser der Region Genf Perchlorat nachgewiesen wurde, hat das BLV im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Rahmen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA ein Monitoring durchgeführt.

Erste Ergebnisse des Grundwasser-Monitorings

Von 527 Proben, die in den Laboratorien des BLV analysiert wurden (erste Serie), wiesen 76 Proben (14,4 %) Perchlorat auf (Konzentration an bzw. über der Bestimmungsgrenze von 0,50 µg/l). Der Medianwert lag bei 0,78 µg/l.

Lediglich zwei Proben aus dem Grundwasser der Region Genf überstiegen den Wert von 4 µg/l (Werte: 7,08 und 8,57 µg/l).

Beurteilung des BLV

Gemäss den letzten toxikologischen Untersuchungen beurteilt das BLV eine Perchlorat-Konzentration von über 4 µg/l als problematisch. In Frankreich gilt dieser Maximalwert bereits. Er wurde von der ANSES (Agence nationale de sécurité sanitaire de l‘alimentation, de l‘environnement et du travail) festgelegt.

Aufgrund der ersten Ergebnisse betrachtet das BLV die im Schweizer Grundwasser ermittelten Perchlorat-Konzentrationen - abgesehen vom Grundwasser der Region Genf - als tief und unproblematisch für die Trinkwasserversorgung. Das BLV zieht in Erwägung, im Zuge der nächsten Revision der Verordnung über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV) einen Maximalwert für Perchlorat im Trinkwasser einzuführen.

Die detaillierten Ergebnisse des Monitorings werden vom BAFU veröffentlicht, sobald alle Analysen dieser Studie abgeschlossen und validiert sind.