Der weibliche Luchs wurde von einem Landwirt am Ettenberg (Gemeinde Schwellbrunn) tot aufgefunden. Das verendete Tier wies eine Verletzung am rechten Hinterlauf auf. Zur Abklärung der Todesursache wird das Tier von der Abteilung für Fisch- und Wildtiermedizin der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Bern obduziert.
Es ist B459
Die Fachstelle KORA (Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement) konnte das Tier aufgrund der Fellzeichnung identifizieren. Es handelt sich um B459, Jahrgang 2015. Als Jungtier wurde die Luchsin zum ersten Mal am 11.08.2015 an einem Riss in der Gemeinde Grabs (Kt. SG) zusammen mit ihrer Mutter (B313) und zwei Geschwistern fotografiert.
Ihre Mutter lebt zwischen Wildhaus und Oberschan. B459 wurde zum letzten Mal am 9.03.2016 in der Gemeinde Eggersriet (SG) von der St. Gallischen Wildhut fotografiert. Wie die meisten Luchse in diesem Alter (zweites Lebensjahr) war sie vermutlich auf der Suche nach einem eigenen Revier.
Luchse in der Schweiz angesiedelt
Der Luchs (Lynx lynx) starb im 19. Jahrhundert in der Schweiz aus. Seit 1971 wird er in der Schweiz wieder angesiedelt. Trotzdem gilt der Luchs nach wie vor als bedrohte Tierart. Zwischen 2001 und 2008 wurden Luchse in die Nordostschweiz umgesiedelt. Ihre Population - zwei Tiere pro 100 Quadratkilometer - liegt im schweizerischen Durchschnitt. Anders als Wölfe sind Luchse für weidende Schafe keine Gefahr. Der Luchs bevorzugt Rehe und Gämsen.