Zurich Animal Save - So sieht es auf dem Schlachthof aus

(Bildquelle: Alex Summer / Zurich Animal Save)

Zurich Animal Save begleitet Tiere auf ihrem letzten Weg in den Tod. Die Gruppe möchte damit auf das Schicksal der Tiere aufmerksam machen. Ein Mitglied berichtet, wie die Realität auf dem Schlachthof aussieht und gibt persönliche Gedankenanstösse.

Zurich Animal Save ist eine Gruppe, die sich regelmässig vor dem Schlachthof in Zürich trifft, um sich von den Tieren, die täglich zu hunderten geschlachtet werden, zu verabschieden und um in Bildern und Videos festzuhalten, wie in der Schweiz die Tiere behandelt werden. Ich war am letzten Montag das erste Mal mit dabei, um zu sehen, wie viele Tiere da wirklich jeden Tag in den Tod gefahren werden und um ein Zeichen zu setzen. Wir beobachteten grosse Lieferwagen mit Anhänger, aber auch viele kleinere Lieferwagen, die zwischen ca. 04.00 Uhr und 07.00 Uhr in die Einfahrt des Schlachthofes einbogen.

Schon mal aufgefallen, dass man in der Schweiz am helllichten Tag kaum Transportfahrzeuge mit "Lebende Tiere" beschriftet sieht? Warum ist das so? Wollen wir wirklich nicht glauben, dass unser Essen einmal gelebt hat? Wird es bewusst vor uns versteckt, weil die Industrie Angst vor mitfühlenden Konsumenten hat?

Schockierende Zustände

Was mir vom Ausland bewusst war, hat mich hier sehr erschrocken. Die Tiere werden auch hier in der Schweiz bei uns geschlagen und getreten, wenn sie sich wehren und nicht in den Schlachthof getrieben werden wollen. Was innerhalb des Schlachthofes vor sich gehen muss, will ich mir gar nicht vorstellen. In der sauberen Schweiz, wo doch alles professionell zu und her geht und die Schlachthof Mitarbeiter nach Richtlinien und Tierschutzgesetzen arbeiten müssen. Ich habe das geglaubt. Die Bilder und Videos, die von uns aufgenommen wurden, zeigen jedoch die traurige und schockierende Wahrheit.

Humane Tötung ist eine Lüge, die wir alle nur zu gerne glauben. Denn was passiert, wenn wir hinter die Fassade schauen? Wenn wir uns wirklich ein Bild machen, wie unser Steak, unser Burger oder der Cervelat vom Grill wirklich hergestellt wird? Wir kaufen im Laden das in Plastik verpackte, mit Farbstoff angereicherte Fleisch (damit es schön rot und "appetittlich" aussieht) und überlegen vielleicht noch ob Huhn, Schwein oder doch lieber Rind, bevor wir bezahlen und uns zu Hause dann das gute Stück Fleisch würzen, braten und nach 5-10 Minuten Genuss schon wieder vergessen haben.

Gewohnheitstiere

Dass Fleischkonsum für die Gesundheit schädlich ist, wird in immer mehr Studien veröffentlicht und gelangt langsam ins Bewusstsein der Menschen, trotzdem wollen wir nicht auf den Burger verzichten, genau so wie wir weiter rauchen, obwohl wir wissen, dass es gesundheitsschädlich ist. So sind wir nunmal. Gewohnheitstiere. Dass der Fleischkonsum die Nummer eins Ursache für unsere Klimakatastrophe ist, wollen wir auch nicht so recht glauben. Lieber verzichten wir aufs Röhrli im Gin-Tonic als auf unseren geliebten Burger.

Und wenn wir es aus Sicht der Tiere betrachten? Ist ein Leben einer anderen Spezies 5-10 Minuten Genuss wert? Wer sind wir, um entscheiden zu können, welche Tiere wir essen und welche wir lieben? Wieso machen wir überhaupt einen Unterschied? Mein Hund liebt Kühe und Kühe lieben ihn. Die machen keinen Unterschied zwischen einander. Wir entscheiden, aus was für Gründen auch immer, dass wir ein Tier lieben, respektive zwei: Hund und Katze und den Rest essen: Huhn, Schaf, Kuh, Pferd, Fisch, Schwein. Diese Tiere verurteilen wir alle zum Tod. Wir töten mehr Tiere als wir lieben. Das ist meiner Meinung nach eine miserable Bilanz und sagt einiges über uns als Gesellschaft aus.

Tierleid verringern

Es gibt einiges, was wir tun können. Am besten tierische Produkte komplett vom Speiseplan streichen. Auf pflanzliche Alternativen umstellen, die übrigens total gut schmecken und dazu noch gesünder sind. Aber auch schon seinen eigenen Fleischkonsum zu hinterfragen, vielleicht einmal mehr die vegane Option auswählen und sich über Tierhaltung, Massentierhaltung, die Wahrheit über die Fleisch- , Milch- und Eierindustrie informieren und dann danach handeln.

Wenn du jemand bist, der Tiere liebt, dann werde dir bewusst, dass du indem du tierische Produkte kaufst, jemanden bezahlst, der sie mit einem Bolzenschuss betäubt und ihnen dann meist bei Bewusstsein die Kehle aufschlitzt und sie ausbluten lässt. Werde dir bewusst, dass du den toten Körper eines Lebewesens isst. Dass dafür jemand gestorben ist. Somit können wir Tierleid verringern und vielleicht bald komplett aus der Welt schaffen.

Über Zurich Animal Save

Beim "Zurich Animal Save" handelt es sich um die lokale Ortsgruppe von "The Save Movement" in der Region Zürich. "The Save Movement" ist ein weltweites Netzwerk, das aus regionalen Gruppen besteht, die den letzten Momenten von Schweinen, Kühen, Hühnern und anderen Nutztieren auf dem Weg zur Schlachtung beiwohnen. Ziel der Bewegung ist es, Bewusstsein für das Schicksal dieser Tiere zu schaffen, Menschen einer veganen Ernährung näherzubringen und eine weltweite Graswurzelbewegung im Bereich der Tierrechte aufzubauen. "The Save Movement" wurde im Dezember 2010 mit dem Aufbau des "Toronto Pig Save" gegründet. Heute gibt es über 500 Gruppierungen in Kanada, den USA, Grossbritannien und Irland, Australien, Kontinentaleuropa, Hong Kong, Südasien, Ostasien, Südafrika, Mexiko und Zentralamerika sowie Südamerika.