Zirkus Royal gastiert mit Tigern in Zürich

17.07.2017 14:47 | Von: Vier Pfoten

Vom 14. bis 26. Juli gastiert der Zirkus Royal in Zürich. Teil des Zirkusprogramms sind unter anderem fünf Tiger. Dies ist aus Tierschutzsicht nicht vertretbar, da ein Zirkus den Bedürfnissen von Wildtieren nicht gerecht werden kann. Die Petition für ein Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen haben mittlerweile bereits rund 60'000 Personen unterzeichnet.


Vom 14. bis 26. Juli gastiert der Zirkus Royal mit fünf Tigern auf dem Kasernenareal in Zürich. Das ist problematisch, so Julie Stillhart, Länderchefin von Vier Pfoten Schweiz: "Gerade für Grosskatzen bedeutet ein Leben auf Tournee eine massive Einschränkung ihrer natürlichen Bedürfnisse. Grosskatzen in menschlicher Obhut benötigen sehr grosse und reich strukturierte Gehege, was kein Zirkus bieten kann."

Ein fahrender Zirkus kann den Bedürfnissen von Wildtieren nicht gerecht werden. Zu kleine Gehege verhindern das Ausleben natürlicher Verhaltensweisen. Für Klettern, Graben oder Schwimmen ist kein Platz. "Verhaltensstörungen aufgrund der Langeweile und des Platzmangels sind bei Wildtieren im Zirkus keine Seltenheit", so Vanessa Gerritsen von Tier im Recht.

Zirkus: Ja - aber ohne Wildtiere

"Wildtiere im Zirkus, seien es Grosskatzen oder andere Arten, sind heute nicht mehr zeitgemäss und aus ethischer Sicht ganz klar nicht vertretbar. Zirkusunternehmen ohne Tiere feiern grosse Erfolge. Bekanntestes Beispiel ist der kanadische Cirque du Soleil", so Barbara Kerkmeer von ProTier.

Schon 23 europäische Länder haben das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen stark eingeschränkt oder verboten. Die Schweiz hinkt diesen Ländern mit den hiesigen Bestimmungen deutlich hinterher. Die Tierschutzorganisationen Vier Pfoten, Pro Tier und Tier im Recht fordern ein gesetzlich verankertes Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen. Im Rahmen der Kampagne "Keine Wildtiere im Zirkus" wird die Petition bereits von rund 60'000 Personen unterstützt.

Artenschtuz als Deckmantel

Häufig wird behauptet, dass Wildtiere wie beispielsweise Tiger oder Löwen im Zirkus geschützt und nachgezüchtet werden müssen, weil sie in der Natur immer seltener werden. Es stimmt, dass weltweit viele Tierarten bedroht sind. Der Zirkus kann zum Artenschutz jedoch keinen Beitrag leisten. Denn die Tiere im Zirkus sind nicht etwa das Ergebnis eines wissenschaftlich überwachten Artenschutzprogrammes. Oft sind sie das Resultat von Inzucht.

"Zirkustiere können nicht mehr ausgewildert werden, denn durch den engen Kontakt mit dem Menschen und die unnatürlichen Haltungsbedingungen haben sie keinerlei Chancen, in der Wildnis zu überleben und damit zur Erhaltung ihrer Art beizutragen", so Stillhart.

Artikelfoto: Vier Pfoten/Fred Dott - (Symbolbild)

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