Wie viel Flunkern ist in der Liebe erlaubt?

26.04.2017 17:15 | Von: LoveScout24

Nachdem am 1. April geflunkert werden durfte, was das Zeug hält, wird am kommenden Sonntag, 30. April 2017, der Tag der Ehrlichkeit gefeiert. Lügen – kleinere und grössere Unwahrheiten – gibt es seit Anbeginn der Menschheit. Doch was machen sie mit uns und Anderen, besonders wenn es um das Suchen, Finden und Behalten der Liebe geht?


LoveScout24-Beziehungsexpertin Dr. Katharina Ohana: "Ehrlichkeit in Beziehungen betrifft nicht nur die Ehrlichkeit gegenüber dem Partner, sondern viel mehr noch die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber."

Online-Profil: je ehrlicher, desto erfolgreicher

Das beginnt bereits beim Erstellen des eigenen Profils. "Je genauer und ehrlicher ich mein Profil ausfülle, desto grösser sind die Chancen, dass ich die Partnerin oder den Partner finde, mit der oder dem ich wirklich glücklich werde. Nur so kann ich jemandem begegnen, der gut zu mir und meinem Leben passt", so die Psychologin von LoveScout24. Das fängt bei den Hobbys an und hört beim Erwähnen der Kinder aus einer früheren Beziehung auf. Flunkern ist zwar ein niedliches, fast charmantes Wort, bringt jedoch an dieser Stelle nichts. Auch ein paar weggeschummelte Pfunde oder ein älteres Foto können ein erstes Date eher ruinieren als retten. Ohana: "Für Ehrlichkeit plädiere ich auch, wenn man merkt, dass nicht mehr daraus wird. Eine respektvolle und höfliche Absage ist völlig okay und zeigt, dass ich den Anderen als Menschen wertschätze, auch wenn es nicht gefunkt hat."

Beziehung: "Offen und direkt verhandeln"

Läuft in der Liebe nicht alles nach Plan, können besonders Selbstlügen zum Beziehungskiller werden. Ohana: "Bevor wir denken, der Andere sei nicht mehr der Richtige, sollten wir in uns gehen und unsere Erwartungen ehrlich hinterfragen." Woran ich merke, dass nicht mehr alles rund läuft? "Oft schauen wir uns schon mal anderweitig um, flüchten uns in die Arbeit, in den Sport oder gehen Shoppen – dann nimmt die Unehrlichkeit ihren weiteren Verlauf", weiss die Expertin. Daher: "Wir sollten mit dem Anderen offen und direkt verhandeln und über die aufkeimenden Gefühle sprechen. Das kann ein verbindender Anfang in die richtige Richtung sein."

Selbstlüge: "Es war doch nur Sex"

Ohana: "Wo ich Verletzungen dem Anderen gegenüber vermeiden kann, ist Flunkern oder Lügen auch einmal legitim. Doch man sollte sich immer fragen, was dahintersteht." Ein Beispiel: der Seitensprung. In diesem Fall sollte man dem Anderen gegenüber nicht zu ehrlich sein. "Wer nach dem Seitensprung ein schlechtes Gewissen hat, der bürdet mit einer Beichte dem Anderen auch noch die Entscheidung und Verantwortung auf, wie es weitergeht. Wer unehrlich war, sollte ehrlich mit sich selbst ins Gericht gehen und selbst etwas an den Umständen ändern, die zur Unehrlichkeit geführt haben. Wer beim Fremdgehen erwischt wird und sagt 'das war doch nur Sex', belügt alle Beteiligten. Denn 'Nur-Sex' gibt es für uns Menschen nicht. Zumindest ist unser Selbstwertgefühl betroffen, unsere Sehnsucht nach Abenteuer und Bestätigung. Der Vertrauensbruch, die eigene Schwäche, ist oft hinter Selbstlügen versteckt."

Artikelfoto: 3969866 (CC0 Public Domain) - (Symbolbild)  

Top News, Sponsored Post, Tipps, Jetzt Aktuell, Produkterückruf, Unwetter, Schweiz, Verkehr, Erdbeben, Wetter