Wie verkündet man die Schwangerschaft?

02.10.2017 20:13 | Von: Swissmom

Der werdende Papa ist natürlich der Erste, der über die Schwangerschaft ins Bild gesetzt wird. Aber wie ist es mit allen anderen Menschen, die von dem freudigen Ereignis erfahren wollen oder müssen? Wann ist der richtige Moment, es ihnen zu sagen?


Meist rät man Schwangeren, mit der Information bis zum Beginn des zweiten Trimenons zuzuwarten, da das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, nun sehr gering ist. Werdende Mütter, die nicht so lange warten mögen, beschränken sich mit dem Verbreiten der Neuigkeiten vorerst am besten auf die Menschen, denen sie sich auch anvertrauen würden, falls sich die Schwangerschaft nicht wie erhofft entwickeln würde. Soweit die generelle Faustregel, doch kommen wir nun zur entscheidenden Frage: Wie sagen Sie es...

...den werdenden Grosseltern?

Auch wenn sich manche Menschen erst an den Gedanken, Grosseltern zu werden, gewöhnen müssen, freuen sich doch die meisten über die Nachricht, dass ein Enkelkind unterwegs ist. Besonders schön ist es natürlich, wenn das Geheimnis auf eine überraschende Weise gelüftet wird.

Auf der swissmom-Pinterest-Seite hat Swissmom viele Anregungen für Sie gesammelt, wie Sie Ihre guten Neuigkeiten mit einer liebevoll gestalteten Anzeige oder einer gelungenen Überraschung ankündigen können. Manchmal scheinen werdende Grosseltern allerdings über einen sechsten Sinn zu verfügen, so dass sie der Sache auf die Schliche kommen, bevor die werdenden Eltern Zeit hatten, sich eine Überraschung auszudenken.

...den älteren Geschwistern des Babys?

Wie bald das Kind über die Schwangerschaft informiert wird, hängt von der Situation ab. Manche Kinder sorgen sich sehr, wenn die Mama unter Schwangerschaftsbeschwerden leidet und sind erleichtert, wenn sie bald erfahren, dass es für die andauernde Übelkeit einen schönen Grund gibt. Ein kleines Plappermaul hingegen informieren Sie vielleicht besser erst, wenn Sie damit leben können, dass es die guten Neuigkeiten gleich in der ganzen Verwandtschaft verbreitet. Für ein sehr kleines Kind wiederum sind neun Monate eine unvorstellbar lange Zeit, weshalb es noch früh genug ist, das Geheimnis zu lüften, wenn der Bauch sich allmählich rundet.

Egal, ob Sie früher oder später informieren, ein Geschwister zu bekommen, ist immer ein einschneidendes Erlebnis für ein Kind. Eine gute Vorbereitung auf den kleinen Bruder oder die kleine Schwester ist also sehr wichtig. Beziehen Sie ihr Kind wo immer möglich in die Schwangerschaft ein, zum Beispiel, indem es Sie mal zum Ultraschalltermin begleiten darf, indem Sie ihm erklären, was in Ihrem Körper passiert oder indem es helfen darf, die erste Ausstattung für das Kleine auszusuchen.

...der zukünftigen Gotte und dem zukünftigen Götti?

Natürlich ist es schön, wenn die zukünftigen Paten schon früh angefragt werden, damit sie sich gemeinsam mit den Eltern auf die Ankunft des Babys freuen können. Im Zentrum steht aber erst mal die Frage, wer diese besondere Rolle im Leben des Kindes einnehmen soll. Gotte und Götti sollten Menschen sein, die auch unabhängig vom Kind eine gute Beziehung zu den Eltern pflegen. Neben der Überlegung, auf welche Weise Sie Gotte und Götti die gute Nachricht überbringen, sollten Sie sich also unbedingt auch Gedanken machen, welche Erwartungen Sie an die Personen haben, die Ihr Kind durchs Leben begleiten werden.

...dem Freundeskreis?

Hier bestimmt die Nähe zu einer Person über den Zeitpunkt und die Art und Weise der Bekanntgabe. Vielleicht erzählen Sie ganz beiläufig, dass Sie Nachwuchs erwarten, vielleicht gestalten Sie eine schöne Schwangerschaftsanzeige, vielleicht warten Sie aber auch einfach ab, bis das Bäuchlein die Neuigkeiten verrät. Oder Sie mögen es ganz ausgefallen und laden Ihre Freunde, wie in den USA teilweise üblich, zu einer "Gender-Reveal-Party" ein, bei der auch das Geschlecht des Babys bekannt gegeben wird.

Fingerspitzengefühl ist gefragt bei Freunden, die sich bisher vergeblich ein Kind wünschen. Für sie kann die Ankündigung einer Schwangerschaft sehr schmerzhaft sein, weshalb sie vielleicht mit Zurückhaltung reagieren oder gar für einige Zeit auf Distanz gehen. Nehmen Sie dies nicht persönlich, sondern geben Sie Ihren Freunden Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen.

...dem Arbeitgeber?

Vom Gesetz her ist nicht vorgegeben, wann Vorgesetzte über eine Schwangerschaft informiert werden müssen. Wann der beste Zeitpunkt ist, den Arbeitgeber zu informieren und worauf Sie bei der Ankündigung achten sollten, lesen Sie hier. In unserem Bereich "Kind und Beruf" erfahren Sie auch alles, was Sie über Gesundheitsschutz, Mutterschaftsversicherung und Kündigungsschutz wissen müssen.

...den Arbeitskollegen?

Nachdem der Arbeitgeber informiert ist, können auch die Kollegen ins Bild gesetzt werden. Wann dafür der richtige Zeitpunkt ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wären Sie froh darum, die Arbeitskollegen würden etwas mehr Rücksicht nehmen, informieren Sie früher, wenn Sie lieber nicht zu viel Aufhebens um Ihre Schwangerschaft machen wollen, warten Sie, bis sich das Bäuchlein zeigt. Natürlich sollten Ihre Kollegen auch ins Bild gesetzt werden, wenn Sie aufgrund Ihrer Schwangerschaft gewisse Aufgaben nicht mehr übernehmen können.

Leider machen Schwangere zuweilen die Erfahrung, dass Teamkollegen sich wenig begeistert zeigen über die Schwangerschaft ihrer Kollegin, da sie fürchten, vermehrt einspringen oder während des Mutterschaftsurlaubs Stellvertretungen übernehmen zu müssen. Informieren Sie sich gut über Ihre Rechte und Pflichten, um ungerechtfertigte Vorwürfe kontern zu können, lassen Sie sich nicht in die Enge treiben und suchen Sie Hilfe, falls das Verhalten der Kollegen in Mobbing umschlägt.

...den Versicherungen?

Neugeborene müssen innerhalb von drei Monaten bei einer Krankenkasse gegen Krankheit und Unfall versichert werden. Damit das Kind schon von Geburt an versichert ist, schliessen Sie am besten schon während der Schwangerschaft eine Krankenversicherung ab. Alle Krankenkassen bieten diese Möglichkeit prämienfrei an. Informieren Sie gegen Ende der Schwangerschaft auch Ihre anderen Versicherungen über den erwarteten Familienzuwachs.

Artikelfoto: dw-lifestylefotografie (CC0 Creative Commons) 

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