Trockener Winter mit Temperaturrekorden im milden Februar

28.02.2017 09:33 | Von: Meteo Schweiz

Die vorherrschenden milden Luftmassen trieben die Temperaturen im Februar in allen Landesteilen und in allen Höhenlagen über den Durchschnitt. Die Niederschlagsmengen blieben in vielen Gebieten unter dem Durchschnitt. Überdurchschnittliche Mengen hingegen erhielten die Alpensüdseite, das Engadin und die Nordwestschweiz.


Keine Eistage im Mittelland

In den Niederungen der Alpennordseite stieg die Temperatur täglich über den Gefrierpunkt. Selbst am Messstandort St. Gallen auf 776 m gab es nur zwei Eistage mit einer Temperatur ganztags unter Null Grad. Zudem zeigte sich der Februar im Mittelland vorwiegend braun-grün. Nur am 5. und 6. lag etwas Schnee.

Anhaltend wenig Schnee in den Bergen

Niederschlag gab es verbreitet vor allem im ersten Februardrittel. Die Alpensüdseite und das Engadin blieben anschliessend praktisch niederschlagsfrei. In der übrigen Schweiz fiel am 17. sowie regional vom 20. bis am 22. noch etwas Niederschlag. Die Niederschlagsmengen waren gering und die seit Dezember anhaltende Schneearmut in den Bergen blieb unverändert akut. An einigen höher gelegenen Messstandorten bewegte sich die durchschnittliche Februarschneehöhe im Bereich der Minimumrekorde.

Stürmische Südwestlage bringt Temperaturrekorde

Am 23. Februar schwappten mit stürmischen Südwestwinden extrem milde Luftmassen in die Schweiz. Mehrere Regionen registrierten eine Tagesmaximum-Temperatur von über 20 Grad. Am wärmsten wurde es in Sion im Zentralwallis mit 21,4 Grad. Fast 21 Grad registrierte Giswil auf der Brünig-Nordseite. Zwischen 20 und 20,5 Grad erlebten die Regionen Basel, Thun/Interlaken, Vaduz, Chur sowie das Unterwallis. Im Mittelland stieg die Tagesmaximum-Temperatur auf 17 bis knapp 20 Grad.

An 17 Messstandorten gab es neue Februarrekorde. Zwölf dieser Messreihen reichen mindestens 50 Jahre zurück. Von besonderem Interesse sind die Rekordwerte an Standorten mit über 100-jährigen Messreihen: In Bern, Luzern und Zürich wurden die bisherigen Rekorde um mehr als 1 Grad übertroffen. In Bern gab es bisher drei, in Luzern acht und in Zürich sechs Februarmonate mit einer Tagesmaximum-Temperatur von über 17 Grad.

Später Blühbeginn der Hasel

Im kühlen Januar blieben die Haselkätzchen auf der Alpennordseite noch geschlossen. Erst mit den höheren Temperaturen im Februar begannen sie sich langsam zu strecken und aufzublühen.

Die ersten stäubenden Haselblüten wurden vom 8. bis 15. Februar vor allem in den Föhntälern entdeckt, mit nur wenigen Tagen Rückstand auf den Durchschnitt der Jahre 1996-2016 (der Blühbeginn der Hasel wird erst seit 1996 beobachtet). Im Mittelland begannen die Haseln ab dem 18. Februar zu blühen, ungefähr zwei Wochen später als im Durchschnitt.

Die allgemeine Blüte der Hasel, d.h. wenn mehr als 50 Prozent der Kätzchen am Strauch blühen, wurde im Tessin Ende Januar, Anfang Februar beobachtet und auf der Alpennordseite vermehrt ab dem 19. Februar. Verglichen mit dem Mittel von 1981-2010 fand die allgemeine Blüte der Hasel meist zu einem normal Zeitpunkt statt.

Interessant waren die Beobachtungen von blühenden Haseln in Höhenlagen von 700-1'100 m zur gleichen Zeit wie im Mittelland. Sie traten etwa zwei bis drei Wochen früher auf als im Mittel. Die hohe Dezembertemperatur in dieser Höhe und Sonnentage oberhalb des Hochnebels im Februar waren verantwortlich für diese frühe Entwicklung in dieser Höhenlage.

Trockener Winter

Die Winterniederschläge summierten sich in der Westschweiz und im Wallis auf nur 20 bis 30 Prozent der Norm 1981–2010. Die Westschweiz verzeichnete den niederschlagsärmsten Winter seit 45 bis 55 Jahren. Im Wallis liegt eine vergleichbare Wintertrockenheit 40 Jahre zurück. Für die Region Zürich war es mit 60 Prozent der Norm der trockenste Winter seit 25 Jahren. Die Alpensüdseite registrierte verbreitet nur 30 bis 45 Prozent der Norm. Ähnlich trockene Winter traten hier in den letzten Jahren jedoch hin und wieder auf.

Markante regionale Temperatur-Unterschiede

Im landesweiten Mittel brachte der Winter einen Temperaturüberschuss von 0,5 Grad im Vergleich zur Norm 1981–2010. Markant sind die regionalen Unterschiede. In den Tieflagen der Alpennordseite bewegte sich die Wintertemperatur 0,6 bis 0,8 Grad unter der Norm. In Berglagen lagen die Werte hingegen 1 bis 1,6 Grad darüber. In den Niederungen der Alpensüdseite stieg die Wintertemperatur 0,5 bis 1 Grad über die Norm.

Sonniger Bergwinter

Die Sonnenscheindauer erreichte im westlichen Mittelland 80 bis 90 Prozent, im östlichen Mittelland 100 bis 110 Prozent der Norm. In Berglagen beendete der überdurchschnittlich sonnige Winter 2016/17 eine achtjährige Periode mit unterdurchschnittlicher Sonnenscheindauer. Die Alpensüdseite registrierte eine winterliche Sonnenscheindauer im Bereich der Norm. 

Artikelfoto: Siegella (CC0 Public Domain) - (Symbolbild)

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