So wirkt sich ein jüngerer Ehepartner aus

04.08.2017 07:05 | Von: Pressetext

Der Altersunterschied in einer Ehe spielt definitiv eine Rolle. Ein zu grosser kann bei Krisen schnell zu einem Nachteil führen. Das besagt eine aktuelle Studie.


Frauen und Männer geben an, in ihrer Ehe mit jüngeren Partnern zufriedener zu sein. Diese Zufriedenheit nimmt jedoch im Laufe der Zeit bei einem deutlichen Altersunterschied ab. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Colorado Boulder gekommen. Die Analyse von 13 Jahren Langzeitdaten aus tausenden australischen Haushalten legt auch nahe, dass Ehen mit einem grossen Altersunterschied bei Konjunktureinbrüchen weniger belastbar sind als bei ähnlich alten Partnern.

Vielleicht wenig überraschend, geben Männer an, in einer Ehe mit einer jüngeren Partnerin zufriedener zu sein. Das gilt vor allem für die ersten Jahre der Beziehung. Das Gegenteil scheint jedoch auch wahr zu sein. "Männer, die jüngere Frauen geheiratet haben, sind am zufriedensten. Männer, die ältere Frauen geheiratet haben, sind es am wenigsten," berichtet Co-Autorin Terra McKinnish. Frauen sind besonders unzufrieden, wenn sie mit älteren Männern verheiratet sind und bei jüngeren Männern besonders zufrieden. Die anfängliche Zufriedenheit nimmt jedoch rasch ab. Sie ist bei einem grossen Altersunterschied nach sechs bis zehn Jahren vorbei.

Gleiches Alter, gleiches Denken

Eine Ursache für diese Abnahme könnte sein, dass und in welcher Weise der Altersunterschied der Partner die Fähigkeit des Paares beeinflusst, auf ökonomische Schocks wie den Verlust eines Arbeitsplatzes zu reagieren. Bei einem grossen Altersunterschied leidet die Ehe mehr als bei einem sehr geringen. Eine Erklärung dafür könnte laut McKinnish sein, dass ähnlich alte Partner mehr im Einklang sind, wenn es um Lebensentscheidungen geht, die wie etwa die Kinder oder das Verhalten beim Geldausgeben beide Ehegatten betreffen. Daher könnten sie auch besser in der Lage sein, mit negativen Schocks umzugehen. Bei einem grösseren Altersunterschied könnten diese Probleme bestehende Spannungen und Unterschiede an die Oberfläche bringen.

Die Forschungsergebnisse wurden im "Journal of Population Economics" veröffentlicht. Die Resultate basieren auf Daten der Household, Income and Labor Dynamics in Australia (HILDA) Studie, die 2001 gestartet wurde. Das national repräsentative Sample bestand zu Beginn aus 7'682 Haushalten mit 19'914 Personen. Die Teilnehmer beantworteten jedes Jahr Fragen zu verschiedenen Bereichen der Lebenszufriedenheit.

Artikelfoto: kgorz (CC0 Public Domain)

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