"So viele Menschen wie nie zuvor an einem Tag aus Seenot gerettet"

(Bildquelle: infoticker)

Die von der Hilfsorganisation Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Mittelmeer eingesetzten Rettungsschiffe Dignity I und Bourbon Argos und die gemeinsam mit der Organisation MOAS betriebene MY Phoenix haben gestern insgesamt 1'658 Menschen aus Seenot gerettet. So viele Menschen...

Die erste Rettung startete um 7 Uhr früh, als die Bourbon Argos 353 Menschen aus einem Holzboot rettete, das sich in den internationalen Gewässern nördlich von Zuwara befand. Später stiess die Dignity I auf drei aufblasbare Boote, in denen sich insgesamt 323 Menschen befanden. Kurze Zeit später nahm die Bourbon Argos weitere 650 Menschen aus einem Holzboot an Bord, und schliesslich rettete am frühen Nachmittag auch die MY Phoenix 332 Personen aus Eritrea, die sich in einem Holzboot befanden.

Unter den von der Bourbon Argos geretteten Flüchtlingen war auch eine schwangere Frau, bei der kurz nach ihrem Transfer auf das Boot die Wehen einsetzten. MSF entschied sich für eine Evakuierung; die Frau wurde mit einem Motorboot der italienischen Küstenwache in ein Spital transportiert.

"Gestern war ein Tag der grossen Zahlen für unseren Such- und Rettungseinsatz. Für unsere Teams auf hoher See stehen aber immer die einzelnen Menschen im Mittelpunkt", erklärt Lindis Hurum, die MSF-Notfall-Koordinatorin auf der Bourbon Argos. "Die berührendste Erinnerung, die ich an gestern habe, ist die an Senait, eine junge äthiopische Frau, die im achten Monat schwanger war und bei der direkt nach ihrer Rettung die Wehen einsetzten. Wie jeder werdende Vater wollte ihr Ehemann Joseph, der angesichts der Geburt seines ersten Kindes aufgeregt und nervös war, nicht von ihrer Seite weichen. Das junge Paar wurde evakuiert, damit Senait ihr Kind in Italien unter sicheren Umständen gebären konnte. Unser Team wartet nun gespannt auf Neuigkeiten über die Geburt des Babys."