Schweizer Exportrekord im 1. Halbjahr

20.07.2017 10:58 | Von: EZV

In den ersten 6 Monaten 2017 stiegen sowohl die Exporte (+ 4,4 %) wie auch die Importe (+ 4,8 %) beachtlich. Während Erstere damit einen neuen Rekordstand aufweisen, schreiben die Importe den höchsten Wert seit 8 Jahren. In beiden Handelsrichtungen leisteten die chemisch-pharmazeutischen Produkte einen erheblichen Beitrag am Gesamtwachstum. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 19 Mrd. Franken.


Von Januar bis Juni 2017 nahmen die Exporte um 4,4 Prozent auf 109,6 Mrd. Franken zu (real: + 2,6 %), womit diese einen neuen Rekordwert erreichten. Sowohl im 1. wie auch im 2. Quartal 2017 resultierte gegenüber dem Vorquartal (saisonbereinigt) ein Plus, und zwar von 2,2 bzw. 2,5 Prozent. Damit setzte sich der seit dem 3. Quartal 2015 registrierte, insgesamt positive Exportverlauf fort.

Die Importe wuchsen in den ersten 6 Monaten 2017 um 4,8 % (real: + 0,8 %) auf 90,7 Mrd. Franken, was den höchsten Wert seit 2009 darstellt. Seit Mitte 2015 weisen die Importe eine Wachstumstendenz auf, die nun im 2. Quartal 2017 saisonbereinigt mit + 5,7 Prozent (real: + 3,8 %) eine eindrückliche Beschleunigung erfuhr.

Exporte auf "Rekordwelle"

Zwei Drittel der Exportsteigerung im 1. Halbjahr 2017 war auf die chemisch-pharmazeutischen Produkte zurückzuführen. Die Ausfuhren in diesem Segment erhöhten sich um 7 Prozent auf ein neues Rekordniveau. Dagegen stagnierten die zweit- und drittgrösste Sparte Maschinen und Elektronik bzw. Uhren. Letztere konnte damit ihren Abwärtstrend der letzten eineinhalb Jahre stoppen.

Um einen Fünftel - und damit am stärksten - stiegen die Ausfuhren von Textilien, Bekleidung und Schuhen (Rückwaren). Auch die Exporte der Metallsparte (+ 11 %) wuchsen deutlich. Bei den chemisch-pharmazeutischen Produkten verteilten sich die Mehrexporte auf immunologische Produkte (+ 1,2 Mrd. Fr.), Medikamente (+ 993 Mio. Fr.) und pharmazeutische Wirkstoffe (+ 889 Mio. Fr.).

Ebenfalls positiv entwickelten sich die Bijouterie und Juwelierwaren (+ 6 %) sowie die Präzisionsinstrumente (+ 2 %); Beide erreichten in den ersten 6 Monaten des Jahres 2017 einen Rekordwert. Dagegen sackten die Flugzeugausfuhren um einen Fünftel ab, wodurch sie die gesamte Fahrzeugsparte ins Minus (- 4 %) zogen.

Starkes Wachstum in China

Die Exportzunahme konzentrierte sich auf die 3 Hauptabsatzmärkte. Mit Nordamerika (USA: + 7 %) und Asien resultierte je ein Plus von 6 Prozent. Nach Letzterem führte die Schweiz zusätzliche Waren im Wert von 1,3 Mrd. Fr. aus. Mit einem Wachstum von einem Fünftel stach dabei China hervor (Rekordumsatz). Zudem stiegen die Verkäufe nach Singapur und Südkorea zweistellig. Auch die Exporte nach Japan (+ 9 %) legten klar zu.

Im Gegensatz dazu schrumpften die Ausfuhren in den Mittleren Osten um 16 %. Die Lieferungen nach Europa erhöhten sich um 4 % bzw. um 2,2 Mrd. Fr. Dabei stiegen die Ausfuhren nach Deutschland um 7 % (+ 1,3 Mrd. Fr.). Ebenfalls deutlich im Plus lagen die Exporte nach Belgien (+ 9 %), Österreich und Italien (je + 5 %).

Importe mit breit abgestütztem Wachstum

Das Nachfrageplus erstreckte sich über eine breite Güterpalette, wiesen doch 9 der 12 Hauptgruppen im 1. Halbjahr 2017 eine Zunahme auf. Am deutlichsten war diese bei den Energieträgern (+ 27 %) – allerdings in erster Linie preisbedingt (real: + 2 %). Den höchsten Beitrag zur gesamten Importsteigerung lieferten mit + 1,9 Mrd. Franken indes die chemischpharmazeutischen Produkte (+ 9 %).

Die Einfuhren von Textilien, Bekleidung und Schuhen weiteten sich um 11 Prozent bzw. um eine halbe Milliarde Franken aus. Bei den chemisch-pharmazeutischen Produkten expandierten die Importe von Medikamenten um mehr als einen Fünftel und jene von immunologischen Produkten um 16 Prozent. Die Bezüge von Metallen nahmen um 6 Prozent zu und jene von Maschinen und Elektronik um 3 Prozent (nichtelektrische Kraftmaschinen: + 26 %). In der Sparte Fahrzeuge (insgesamt: - 2 %) standen den markant rückläufigen Flugzeugeinfuhren (- 727 Mio. Fr.) deutlich höhere Importe von Schienenfahrzeugen gegenüber; die Einfuhren von Personenautos stiegen um 4 Prozent (Stück: + 1 %).

Abgesehen von Nordamerika (- 9 %) führte die Schweiz aus allen Kontinenten wertmässig mehr Güter ein. Die Zufuhren aus Asien wuchsen um 8 Prozent; aufgefallen sind dabei die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan mit einer Steigerung um 83 bzw. 17 Prozent. Derweil stagnierten die Bezüge aus China. Bei Europa (+ 6 %) stachen Irland und Belgien mit je + 15 Prozent hervor.

Ferner nahmen die Importe aus Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland zwischen 5 und 8 Prozent bzw. insgesamt um 3 Mrd. Franken zu, vor allem bedingt durch Mehreinfuhren im Pharmabereich. Die Importe aus Lateinamerika erhöhten sich um 2 Prozent. Das Minus in Nordamerika bzw. mit den USA (- 14 %) stammte aus dem Fahrzeugbereich: im Vorjahr wurden noch mehrere Verkehrsflugzeuge aus den USA eingeführt. Demgegenüber legten die Einfuhren aus Kanada innert Jahresfrist auf fast das Dreifache bzw. um 431 Mio. Franken zu.

Juni 2017: Importe doppelt so dynamisch wie Exporte

Im Juni 2017 entwickelte sich der schweizerische Aussenhandel dynamisch: arbeitstagbereinigt wuchsen die Exporte um 6,2 Prozent (real: + 3,4 %) und die Importe sogar um 12,9 Prozent (real: + 5,2 %). Ausfuhrseitig sorgten die Bijouterie und Juwelierwaren erheblich für Schub, während es importseitig die chemisch-pharmazeutischen Produkte waren.

Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 2,7 Mrd. Franken. Nach einer starken Entwicklung im Vormonat bildeten sich saisonbereinigt sowohl die Exporte (- 0,9 bzw. - 1,9 %) wie auch die Importe (- 0,2 bzw. - 0,5 %) zurück. 

Artikelfoto: geralt (CC0 Public Domain) - (Symbolbild)

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