Künstlicher Süssstoff macht dick

17.07.2017 18:54 | Von: Pressetext

Der Konsum von künstlichen Süssungsmitteln wie Aspartam, Sucralose und Stevia steigt und wird zunehmend zum Problem. Denn offenbar belasten sie das Herz und sorgen für ein erhöhtes Risiko von Fettleibigkeit.


Künstliche Süssungsmittel stehen mit einer Gewichtszunahme, erhöhtem Risiko einer Fettleibigkeit, Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen in Zusammenhang. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Manitoba in ihrer aktuellen Studie. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "CMAJ" veröffentlicht.

Stoffwechsel leidet

Die Wissenschaftler warnen vor einem zunehmenden Problem. Denn der Konsum von Aspartam, Sucralose und Stevia nimmt kontinuierlich zu. Die Daten zu negativen Auswirkungen auf Stoffwechsel, Darmbakterien und Appetit sprechen den Experten nach eine eindeutige Sprache - auch wenn die Belege oft widersprüchlich sind.

Das Team um Ryan Zarychanski hat eine systematische Überprüfung von 37 Studien durchgeführt, die über 400'000 Personen durchschnittlich zehn Jahre lang begleitete. Nur bei sieben Erhebungen handelte es sich jedoch um randomisierte kontrollierte Studien. An ihnen nahmen 1'003 Personen teil, die durchschnittlich sechs Monate lang beobachtet wurden.

Diese Studien wiesen keine konsistente Auswirkung auf Gewichtsverlust nach. Längere Beobachtungsstudien haben allerdings einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Konsum von künstlichen Süssstoffen und einem verhältnismässig höheren Risiko von Gewichtszunahmen, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und anderen Gesundheitsproblemen nachgewiesen.

Vorteile sind fraglich

Laut Zarychanski konsumieren trotz der Indizien für eine negative Wirkung auf den Organismus Millionen Menschen diese Produkte - und nur wenige Patienten haben zu diesem Thema an klinischen Studien teilgenommen. "Wir fanden heraus, dass die Daten der klinischen Studien die erwarteten Vorteile von künstlichen Süssstoffen nicht wirklich unterstützen", so Forscherin Laut Meghan Azad abschliessend.

Artikelfoto: silviarita (CC0 Public Domain)

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