Google-Angestellter zieht Frauen in den Dreck

09.08.2017 14:40 | Von: Pressetext

Wegen "biologischer Unterschiede" seien Frauen ungeeignet für Technik, findet ein Angestellter von Google. Jetzt hagelt es von allen Seiten Kritik gegen das Unternehmen.


Der US-amerikanische Technikkonzern Google steht aufgrund eines äusserst sexistischen Manifests unter öffentlichem Beschuss. Dieses ist von einem männlichen Ingenieur der Firma verfasst worden. Der Google-Angestellte kritisiert vor allem die mangelhaften Qualitäten von Frauen in technischen Berufen und die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen, welche Frauen für die hohen Positionen in der Technik ungeeignet machen würden.

"Wir müssen aufhören zu denken, dass Ungleichheit der Geschlechter irgendwas mit Sexismus zu tun hat", steht in dem Dokument. "Die politische Voreingenommenheit bei Google, jegliche sexistische oder rassistische Beleidigung zu unterbinden, um psychologische Sicherheit zu gewährleisten, führt dazu, dass manche aus Scham zum Schweigen gebracht werden. Und das ist das Gegenteil von psychologischer Sicherheit", behauptet der Autor.

Angestellte setzen sich zur Wehr

Das 3'000 Wörter umfassende Dokument verärgert vor allem, aber nicht nur, die weiblichen Angestellten des Grosskonzerns. "Wenn unsere Personalabteilung in diesem Fall nichts unternimmt, dann denke ich das erste Mal in fünf Jahren über eine Kündigung nach", teilt Jaana B. Dogan auf Twitter mit. "Das Dokument ist ein Desaster und kommt aus der falschen Ecke. Das ist pures Gift. Seid euch sicher, dass wir denken wie ihr und mit euch fühlen", schreibt Louis Gray.

Der Autor aber behauptet, er habe "viele private Nachrichten von Kollegen bekommen, die ihre Dankbarkeit für das Ansprechen dieser äusserst wichtigen Probleme aussprechen, welche sie, aufgrund Googles Schäm-Kultur und der Möglichkeit gefeuert zu werden, selbst nicht erwähnen würden".

Grosse Problematik im Silicon Valley

Sexuelle Belästigung, Benachteiligung für Frauen und ähnliche geschlechtsspezifische Probleme tauchen immer häufiger im Silicon Valley auf. Vor Kurzem gab eine Angestellte der Fahrtendienstfirma Uber an, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlitten zu haben. Danielle Brown, Googles Diversity-Leiterin, sendete eine interne Mail an alle Angestellten, in der sie sagte: Google will "eine Kultur, in der jene mit alternativen Sichtweisen, wie unterschiedlichen politische Ansichten, sich sicher fühlen, ihre Ansichten zu teilen".

Artikelfoto: Patrick Barry (CC BY-SA-2.0)

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