eSport: Kommt bald das virtuelle Zocken in den Alpen?

31.12.2017 13:46 | Von: infoticker.ch

Daniel Luther ist einer der gefragtesten eSport-Berater Europas. Für Tourismusdestinationen sieht der eSport-Experte ein enormes Potential mit neuen Zielgruppen und Markenbotschaftern.


Foto: ESL Helena Kristiansson

Der virtuelle Sport boomt. eSport, also das Spielen von Computerspielen als sportlicher Wettkampf, ist die am schnellsten wachsende Sportart der Welt. eSport bekommt sogar bei den Asienspielen 2022 eine große Bühne und wird zur Olympischen Disziplin. Damit ist das elektronische Zocken weder Kinderkram noch „Nerd-Thema“, sondern ein Tummelplatz für attraktive Zielgruppen. Die Meinungen, ob eSport richtiger Sport ist, gehen zwar immer noch auseinander. Fakt ist, dass eSport zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor herangewachsen ist. Das begreifen immer mehr traditionelle Wirtschaftsunternehmen. Und auch die Tourismusbranche soll vom Hype profitieren. 
„eSport ist ein Wachstumsmarkt, dessen junge, hauptsächlich männliche Konsumenten auf herkömmlichen Wegen für Unternehmen schwer zu erreichen sind“, sagt Daniel Luther, eSport Consultant von ESB Marketing Netzwerk. Der ehemalige eSport-Weltmeister berät Unternehmen beim Einstieg in den neuen Sport und wird auch am 19. Januar beim internationalen „Sport.Tourismus.Forum“ in St. Gallen zu Gast sein, um Touristikern den Einstieg in den eSport zu erleichtern.

Für die Tourismusbranche sieht er enormes Potential. Mittelgroße eSport-Events, wie die LAN-Events, ziehen in der Schweiz bereits mehr als 1.300 Teilnehmer an. „Solche Events sind für viele Tourismusregionen logistisch zu stemmen“, sagt Luther. Bestehende Veranstaltungen könnten durch kleinteilige eSport-Konzepte sinnvoll erweitert werden, neue Zielgruppen würden erschlossen und Events dadurch diversifiziert.
In Fernost sind eSportler Stars, die jeder auf der Straße erkennt. Inzwischen füllen eSport-Wettbewerbe die großen Arenen in Hamburg, Köln und Berlin. Mega-Events wie das „Intel Extreme Masters“ in Katowice locken sogar 173.000 Besucher in die Region.

Für Tourismusdestinationen ist der Bereich des Influencer-Marketings nicht zu unterschätzen. Die eSport-Influencer sind Stars ihrer Zielgruppe. Mehrere Millionen Follower auf den sozialen Kanälen machen sie zu idealen Verkäufern und Markenbotschaftern. „Der Tourismus kann sich über diesen Weg in Szene setzen, seine Stärken ausspielen und Image-Kampagnen fahren.“ Die Zielgruppe ist jung. 55 Prozent der eSportler sind im Alter von 19 bis 34 Jahren. Der Frauenanteil beträgt nur 20 bis 30 Prozent. eSport ist international, die Events leben vom Publikum und der Stimmung. „Die bisherigen eSport-Events haben enorm viel Luft nach oben.“ Auch wenn es für Destinationen schwierig wird, den Status der Mega-Events zu erreichen, so sieht Luther gute Möglichkeiten darin, die Zielgruppe in kleineren lokalen Events mit den passenden Rahmenprogrammen anzulocken.

Dem Gaming, also dem Spielen als Breitensport, räumt Luther ebenfalls viel Aufmerksamkeit ein. Knapp fünf Millionen Österreicher vertreiben sich laut einer Studie des Verbands für Unterhaltungssoftware (Övus) die Zeit mit Videogames. Ein gelungenes Beispiel für die Symbiose von virtuellem Zocken und Tourismus ist Europas erstes Gaming-Hotel „The Arcarde“ in Amsterdam. In Asien wächst die Anzahl der Zocker-Hotels. „Ich bin mir sicher, dass dieser Weg von vielen Hotels in den nächsten Jahren gegangen wird.

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