Das nervt Herr und Frau Schweizer an ihren Nachbarn

19.10.2017 07:20 | Von: pad

64 Prozent der Schweizer nerven sich über ihre Nachbarn. Die grössten Aufreger sind Lärmbelästigung, Unfreundlichkeit, Zigarettenqualm oder Streitigkeiten rund um die gemeinsame Waschküche. Bei rund einem Drittel führen die Missklänge zu einem veritablen Nachbarschaftsstreit: 12 Prozent davon geben an, sich mehrmals pro Jahr mit den Nachbarn zu streiten. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Internetvergleichsdienstes "comparis.ch".


Für viele Schweizer scheint das eigene Zuhause keine Oase der Ruhe zu sein. Denn: Fast ein Drittel nervt sich vor allem über Lärmemissionen ihrer Nachbarn (28 Prozent). Zuoberst auf der Klageliste stehen laute Gespräche, Kinderlärm, Getrampel, Streitlärm, zu laute Musik und Partylärm. Interessant: Nur 9 Prozent der Lärmgeplagten stören sich an Sexgeräuschen.

Weitere Konfliktherde sind unfreundliche Nachbarn (16 Prozent), der blaue Dunst auf dem Balkon oder im Treppenhaus (14 Prozent) und Konflikte rund um die gemeinsame Waschküche (13 Prozent). Überraschend ist, dass vor allem Jüngere etwas an der Nachbarschaft auszusetzen haben.

Deutschschweizer sind zurückhaltender als Tessiner

"Wenn die nachbarschaftlichen Emissionen zur Belästigung werden, sollte man zuerst mit dem Verursacher sprechen, bevor man den Vermieter informiert oder gar die Polizei ruft", sagt Nina Spielhofer, Mediensprecherin Immobilien & Wohnen bei "comparis.ch". 31 Prozent der Befragten sehen das genauso und bitten den Verursacher höflich, die Ruhestörung zu reduzieren.

27 Prozent ärgern sich zwar, aber unternehmen nichts und 14 Prozent beschweren sich nach mehrfachem Vorkommen beim Vermieter. Dabei geben Deutschschweizer (28 Prozent) signifikant häufiger als Tessiner (15 Prozent) an, sich zwar zu ärgern, aber nichts zu unternehmen.

Jeder Dritte hatte schon Streit mit den Nachbarn

32 Prozent der Befragten hatten schon einmal Streit oder Meinungsverschiedenheiten mit einem Nachbarn oder einer Nachbarin. Wobei immerhin 12 Prozent davon angeben, dass sie sich mehrmals pro Jahr streiten, während 67 Prozent nur selten Zwist mit den Nachbarn haben. Unter den Streitbeteiligten sind entgegen der Erwartungen mit 36 Prozent deutlich mehr Jüngere als Ältere über 55 Jahre (28 Prozent).

Video: Strassenumfrage - Streit mit den Nachbarn.

15 Prozent ziehen vor Gericht, 16 Prozent ziehen um

Jeder sechste, der schon einmal Streit mit dem Nachbarn hatte, ist deswegen schon einmal umgezogen. "Wenn ein Nachbarschaftsstreit eskaliert und man sich Zuhause nicht mehr wohl fühlt, dann gibt es oft nur noch zwei Möglichkeiten: Ein Umzug oder der Gang vors Gericht", sagt Nina Spielhofer. Tatsächlich geben 15 Prozent an, dass sich aus einem Nachbarschaftsstreit schon einmal ein handfester Rechtsstreit entwickelt hat.

Artikelfoto: Joergelman (CC0 Creative Commons)

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