Bund mit neuer Tourismusstrategie

(Bildquelle: infoticker)

Der Bundesrat hat am 15. November 2017 die neue Tourismusstrategie des Bundes gutgeheissen. Damit werden die Rahmenbedingungen für den Schweizer Tourismus verbessert. Konkret sollen das Unternehmertum gefördert, die Chancen der Digitalisierung genutzt sowie die Attraktivität des Angebots und der...

Aufgrund des sich rasch wandelnden Umfelds hat der Bundesrat eine neue Strategie verabschiedet, die jene von 2010 ersetzt. Damit wird die Tourismuspolitik des Bundes auf die wichtigsten Herausforderungen des Schweizer Tourismus ausgerichtet.

Nachfolgend werden die wichtigsten Aktivitäten und Massnahmen der neuen Tourismusstrategie aufgeführt:

Koordination

Der Bundesrat will eine verstärkte Koordination und Kooperation zwischen den für den Tourismus relevanten Politikbereichen. Vermehrte themen- und projektspezifische Zusammenarbeit im Rahmen von spezifischen Arbeitsgruppen ist notwendig, um neue Handlungsoptionen und Lösungsansätze zu entwickeln: Etwa hinsichtlich der Erhaltung und Stärkung der landschaftlichen und baukulturellen Qualitäten des Tourismusstandortes Schweiz. Wichtige Themen sind auch die unterdurchschnittliche Produktivität oder die zunehmende Regulierungsdichte. Vorgesehen ist die Bearbeitung von ein bis zwei Themen pro Jahr.

Unternehmertum

Der Förderung des Unternehmertums wird in der Tourismuspolitik des Bundes eine grosse Bedeutung beigemessen. Im Vordergrund stehen die Steigerung der Produktivität der Tourismusunternehmen sowie die Unterstützung des Strukturwandels.

Ein tourismusfreundliches Regulierungsumfeld soll angestrebt werden, indem Entlastungsmassnahmen bei relevanten Regulierungen geprüft werden. Insbesondere mit der Befähigung der Akteure, wie z.B. mit der Intensivierung der Start-up-Förderung und des Coachings in Zusammenarbeit mit Innosuisse, soll ein Beitrag zur Förderung des Unternehmertums im Schweizer Tourismus geleistet werden.

Digitalisierung

Die Qualifizierung, die Motivation und die Innovationskraft der Mitarbeitenden sind Kernelemente des touristischen Erfolgs. Es wird ein zunehmender Bedarf an digitalen Skills in praktisch allen Bereichen sowie ein zunehmender Bedarf an qualifizierten IKT-Fachkräften festgestellt. In diesem Zusammenhang wird die Zusammenarbeit zwischen SBFI und SECO verstärkt. Zudem wird mit einer gezielten Projektförderung durch die verschiedenen Förderinstrumente wie beispielsweise Innotour und die Neue Regionalpolitik die digitale Transformation unterstützt.

Das veränderte Reiseverhalten und die immer stärker ausdifferenzierten Gästebedürfnisse erfordern einen klaren Gästefokus und ein präzises Marketing. Mit Blick auf die Marketingorganisation Schweiz Tourismus geht es dabei um die Weiterentwicklung der Webplattform MySwitzerland.

Investitionen

Im heutigen Wettbewerbsumfeld und insbesondere mit den eingeschränkten Renditeaussichten im Tourismus sind touristische Infrastrukturinvestitionen eine grosse Herausforderung. Die verschiedenen bestehenden und neuen Investitionsförder- und Finanzierungsmodelle sollen im Rahmen einer Arbeitsgruppe aufgearbeitet und beurteilt werden. Ziel ist es, eine Auslegeordnung zur aktuellen Investitionsförderung im Schweizer Tourismus zu erstellen sowie allfälligen Weiterentwicklungsbedarf zu identifizieren.

Die Umsetzung sowie die Wirkung der neuen Tourismusstrategie werden regelmässig überprüft. Hierzu wird eine Begleitgruppe den Umsetzungsprozess begleiten.

Tourismus nicht mehr wie früher

Seit 2010 hat sich der Tourismus drastisch verändert. Faktoren wie die starke Aufwertung des Schweizer Franken und die Digitalisierung haben den Tourismus teilweise massiv geprägt. Die städtischen Gebiete haben sich positiv entwickelt, während der ländlich-alpine Raum markante Rückgänge verzeichnet hat.

In diesem Zusammenhang hat das Parlament für die Periode 2016-2019 neben ordentlichen Mitteln von 440 Millionen Franken ein Impulsprogramm in der Höhe von 210 Millionen Franken verabschiedet. Zudem wurde das Zusatzdarlehen an die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit von 100 Mio. Franken bis 2019 verlängert.

Artikelfoto: Kanton Glarus, Samuel Trümpy Photography (CC BY 2.0)