Bio-Eier haben weniger Dotter und mehr Keime

10.04.2017 15:36 | Von: Pressetext

Frei laufende Legehennen bringen nicht nur Vorteile. Das zeigt eine aktuelle Studie.


Bio-Eier haben weniger Dotter und enthalten oft mehr Keime als Eier aus Bodenhaltung. Zu diesem Schluss kommt Forscher Michael Grashorn vom Institut für Nutztierwissenschaften der Universität Hohenheim in seiner neuesten Studie. Akribisch hat der Experte Eier von frei laufenden Hühnern mit denen von Artgenossen aus Bodenhaltung verglichen.

Besseres Aroma, besseres Eiklar

Grashorn konnte den Bio-Eiern auch Positives abgewinnen. Sie haben ein besseres Aroma und einen höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren, die für Menschen lebenswichtig sind. Schuld daran ist, dass frei laufende Hühner schon mal Kamille und andere Kräuter aufpicken. Lob bekommt auch das Eiklar, auch Eiweiss genannt. Es habe bei Bio-Eiern eine bessere Konsistenz. "Das ist auf höhere Aktivitäten der Eiklarenzyme und das stärker ausgebildete Immunsystem der Bio-Legehennen zurückzuführen", sagt Grashorn.

Andererseits bekommen frei laufende Hühner weniger Nährstoffe, insbesondere mangelt es an Aminosäuren, die dem Futter von Hühnern, die im Stall leben, zu einem optimalen Anteil beigemischt werden. So haben die Eier der letztgenannten Hühner einen höheren Dotteranteil. Zudem sind die Dotter in Eiern von Bio-Hühnern blasser, was keineswegs ein Mangel ist. Die kräftigere Färbung in anderen Eiern rührt von Farbstoffen her, die dem Futter beigemischt werden. "Das Einzige, das man mit Sicherheit an der Dotterfarbe überprüfen kann, ist: Bio-Eier mit intensiv gefärbtem Dotter sind wohl eher untergeschobene, konventionelle Eier", heisst es.

Dünne Schale: Vorsicht beim Blasen

Eier mit orangefarbenem Dotter sind bei den meisten Verbrauchern sehr beliebt. Vor allem im mittel- bis süddeutschen Raum werden deshalb vermehrt Eier dieser Art angeboten. "Selbst die Holländer produzieren speziell für den deutschen Markt Eier mit intensiv orange gefärbten Dottern, während sie selbst gelbe Dotter bevorzugen," hat Grashorn ermittelt.

Eine weitere Erkenntnis: 2017 haben Eier besonders dünne Schalen, was sogar einen Politiker zu einer Warnung veranlasste. Der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk: "Man muss vorsichtiger sein, wenn man Eier ausbläst oder färbt. Die Schalen sind in diesem Jahr besonders dünn und zerbrechlich."

Grashorn vermutet, dass das Durchschnittsalter von Legehennen in diesem Jahr höher ist als in den Vorjahren, denn diese Tiere verwerten das mit dem Futter aufgenommene Calcium schlechter, aus dem die Eierschalen bestehen. Das liege an der Geflügelpest, die den Nachschub an Jungtieren verringert. Gesundheitlich bedenklich seien solche Eier jedoch nicht.

Artikelfoto: Couleur (CC0 Public Domain)

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