Alkoholfreier Sprung ins kühle Nass

20.06.2017 10:56 | Von: Sucht Schweiz

Im Sommer zieht es Tausende von Menschen in Seen und Flüsse. Sobald Alkohol ins Spiel kommt, steigt das Unfallrisiko im Wasser markant. Das gilt besonders auch für Jugendliche, die im Umgang mit Alkohol unerfahren sind. Sucht Schweiz hält Tipps für Eltern bereit.


Ein heisser Nachmittag am Flussufer, ein Sprung ins Wasser, ein gemütliches Picknick mit kühlem Bier, nochmals ein unbeschwerter Sprung in den Fluss, nochmals einen Schluck Bier. Zum Glück gehen solche Tage meist gut aus. Doch tragische Badeunfälle passieren: Jedes Jahr ertrinken in der Schweiz rund 50 Personen, meist in Seen und Flüssen. 

Burschen und junge Männer weisen dabei die höchsten Ertrinkungsraten auf, oft spielt Alkohol dabei eine Rolle. Unbestritten ist, dass selbst wenig Alkohol die Reaktionsfähigkeit vermindert und das Unfallrisiko im Wasser erhöht. Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser - lautet denn eine der sechs Baderegeln der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft.

Alkohol am Ufer - Klare Haltung der Eltern ist wichtig

Jugendliche lieben das Bad im Fluss oder im See, und gerade der Schulabschuss im Juni/Juli wird oft am Ufer mit Alkohol begossen - für viele Eltern ein banger Moment. Mütter und Väter können ihren Nachwuchs unterstützen, indem sie ihre Haltung klar darlegen, die alkoholbedingten Risiken ansprechen und die entsprechende Baderegel, die für alle gilt, in Erinnerung rufen. Wichtig ist auch, dass Badende aufeinander acht geben und Angetrunkene vom Sprung ins Wasser zurückgehalten werden.

Reaktionsfähigkeit und Unterkühlung

Jedes Gewässer wird mit Alkohol gefährlicher und gerade auch Flüsse verlangen von Schwimmenden schon bei klarem Kopf viel ab. Die Strömung, tiefe Wassertemperaturen, Schwellen oder Wirbel und unwegsame Ufer werden oft unterschätzt. Alkohol erhöht die Risikobereitschaft noch zusätzlich. Gleichzeitig ist die Bewegungskoordination und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt.

Mit zu viel Promille im Blut wird der Körper im Wasser auch schneller ausgekühlt, was zu Ohnmacht und damit direkt zum Ertrinken führen kann. Sucht Schweiz rät deshalb, beim Baden auf Alkohol oder andere Drogen zu verzichten.

Wie können Eltern mit ihren Jugendlichen über Alkohol reden? Sucht Schweiz hält für Eltern Leitfäden und Broschüren bereit, die helfen, mit den Kindern das Thema anzusprechen, zum Beispiel:

- Leitfaden "Alkohol - Mit Jugendlichen darüber sprechen"
http://ots.ch/a7Pr2  

- Elternbrief Nr. 5: "Freiheiten geben - Grenzen setzen"
http://ots.ch/AlPQs

- Elternbrief Nr. 6: "Risiken eingehen - Bedürfnis? Gefahr?"
http://ots.ch/3nGkc-

Eltern in Erziehungsfragen zu unterstützen ist zentral für die Suchtprävention. Sucht Schweiz hat diesbezüglich eine einzigartige Expertise aufgebaut und bietet u.a. Broschüren zu verschiedensten Suchtthemen für Eltern, Materialien für die Arbeit mit Kindern und Kurse für Fachleute an. Auch suchtbelastete Eltern werden in ihrer Elternrolle unterstützt, damit weniger Suchtprobleme von einer Generation auf die nächste übertragen werden.

Artikelfoto: Georg Krewenka (CC BY-NC 2.0)

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